1003 – Cannabispolitik in der Schweiz: auf indirektem Weg zum Ziel

Petra Baumberger

Dank ihrer pragmatischen Drogenpolitik der 1980/90er-Jahre und der raschen Einführung der Substitutions- und Heroingestützten Behandlung, galt die Schweiz weltweit lange als drogenpolitische Pionierin. Diese Rolle scheint sie derzeit zu verlieren, denn sie tut sich schwer im Umgang mit den 220.000 Einwohner/innen, die regelmässig Cannabis konsumieren und 520.000 weiteren, die das gelegentlich tun. Ist aber tatsächlich ein drogenpolitischer Stillstand eingetreten, wie es kritische Stimmen behaupten? Ist der drogenpolitische Fortschritt wirklich blockiert, zwischen einer vorwärtsstrebenden Linken, die zuweilen sogar nach einer Legalisierung aller Drogen ruft, und einer emotional argumentierenden Rechten, die eine strengstmögliche Drogenpolitik fordert, um die Jugend zu schützen? Mitnichten: Ausgehend von einer kurzen Auslegeordnung zu den geltenden rechtlichen Bestimmungen zeige ich in meinem Vortrag auf, welcher Strategien und politischen Instrumenten sich die grössten Schweizer Städte, Zivilgesellschaft und Suchtfachverbände, Wirtschaft und Parlamentsmitglieder derzeit bedienen, um auf indirektem Weg trotzdem ans Ziel zu gelangen: zur Legalisierung und Neuregulierung des Schweizer Cannabismarktes. Eine entscheidende Rolle kommt dabei meiner Einschätzung nach dem in der Schweiz legalen «CBD-Cannabis» und dessen Produzenten und Händlern zu.

Die Präsentation der Vorlesung als PDF finden Sie hier.

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