1004 – Internationale Cannabispolitik

Ingo Ilja Michels

Es finden bedeutende Reformen der Cannabispolitik statt, die wichtige Fragen hinsichtlich der völkerrechtlichen Verpflichtungen der Staaten mit den drei verbotsorientierten internationalen Drogenkontrollkonventionen stellen. Kanada hat eine Gesetzgebung zur Regulierung von Cannabis eingeführt. In den USA haben eine Reihe von Bundesstaaten, darunter Kalifornien, Cannabis für Erwachsene (nicht medizinisch) nach Landesrecht als legal definiert. Allein im Bundesstaat Colorado haben die Verkaufserlöse für Cannabis mehr als 1 Milliarde US-Dollar überschritten. Im Juli 2017 begann Uruguay mit dem Verkauf von nicht medizinischem Cannabis, das von staatlich lizenzierten Erzeugern angebaut wird und mehr als 60 Bürgervereinigungen haben eine Lizenz zum kollektiven Verbrauch durch ihre Mitglieder erhalten, ähnlich wie in Spanien. Eine Gruppe von anderen Ländern Lateinamerikas und der Karibik – einschließlich Argentinien, Chile, Kolumbien, Jamaika, Mexiko und Peru – implementieren medizinische Cannabisvergabesysteme. Das ist auch in Deutschland der Fall. In Europa werden Vorschläge zur Regulierung von Cannabis auf nationaler oder lokaler Ebene geprüft (etwa in Berlin, Münster oder Düsseldorf). Die niederländische Regierung will lokalen regulierten Cannabisproduktion für Coffeeshops ermöglichen. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat eine Überprüfung der Klassifizierung von Cannabis im Rahmen der Drogenkonventionen eingeleitet. Diese Entwicklungen sollen vorgestellt und diskutiert werden.

Die Präsentation der Vorlesung als PDF finden Sie hier.

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