1004 – Opiatkonsum von Migranten – neue Herausforderung für das Versorgungssystem

Hans-Günter Meyer-Thompson

Sucht kann bei den Betroffenen bereits ein Teil ihrer Geschichte sein, der sie in das Aufnahmeland begleitet. Andere sind stark durch traumatische Erfahrungen im Herkunftsland oder auf der Flucht belastet und dadurch anfälliger für süchtiges Verhalten. Weitere kommen mit dem Hintergrund einer allgemein belastenden Lebenssituation und bereits die hohe Verfügbarkeit von Alkohol und anderen Substanzen in Deutschland stellt eine Herausforderung dar. Mit der jüngsten Fluchtbewegung aus Vorder- und Mittelasien sind Menschen nach Deutschland gekommen, in deren Ländern eine hohe Prävalenz von Opioidabhängigkeit besteht. Fluchtursachen, traumatische Erlebnisse auf der Flucht und die Konfrontation mit einer unbekannten Kultur hierzulande können weitere Auslöser für eine Opioidabhängigkeit sein. Die Drogenambulanz in Altona behandelt eine größere Anzahl von Patienten aus Afghanistan und Iran. Was sind die Besonderheiten und Schwierigkeiten in der Erreichung der Zielgruppen, welche Behandlungsmöglichkeiten bestehen und müssen in Verbindung z. B. mit Traumatherapie entwickelt werden, worauf wird sich das Suchthilfesystem z. B. in der Entwicklung transkultureller Kompetenz einstellen müssen?