1006 – Cannabiskonsum regulieren? Chancen und Risiken für Jugendschutz und Suchtprävention

Hermann Schlömer

Trotz der bestehenden Strafbedrohung für Cannabiskonsument/innen ist der Gebrauch dieser Substanz weltweit und auch in Deutschland sehr verbreitet. Das trifft auch für Jugendliche zu. Vor diesem Hintergrund werden zunehmend die kostenintensive Kriminalisierung von Cannabiskonsument/innen und ihre negativen Folgen als unverhältnismäßig und unverantwortlich bewertet sowie eine drogengesetzliche Liberalisierung gefordert. In der darüber kontrovers geführten Debatte spielt die Frage, ob eine Entkriminalisierung und Regulierung des Cannabisgebrauchs die Prävention und den Jugendschutz in Bezug auf den jugendlichen Cannabisgebrauch erschwert oder erleichtert eine zentrale Rolle. In dieser Vorlesung werden nach einer Bilanz der Effekte des Cannabisverbotes sowie einer Analyse der Hintergründe und Motive jugendlichen Cannabiskonsums die Risiko- und Chancenargumente der aktuellen Debatte vorgestellt und bewertet. Dabei werden auch Ergebnisse einer 2017 durchgeführten Befragung aller suchtpräventiven Fachkräfte in Nordrhein-Westfalen zu den Vor- und Nachteilen des Cannabisverbotes für ihre Praxis präsentiert. Was für Jugendschutz und Suchtprävention im regulierten Cannabismarkt notwendig und möglich ist, wird abschließend beleuchtet.

Die Präsentation der Vorlesung als PDF finden Sie hier.

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