1007 – Über das Gras hinaus. Suchtpräventive Haltung 4.0

Peter Koler

Innerhalb von suchtpräventiven Diskursen ist die Haltung gegenüber dem Konsum von psychoaktiven Substanzen seit jeher eine sehr heikle Angelegenheit. Üblich ist es, von der gesundheitsschädlichen Relevanz und der Gefährlichkeit auszugehen. Daraus entsteht meist eine Haltung, die Abstinenz bis höchstens risikoarmen Konsum bei den legalen Suchtmitteln favorisiert. Der Konsum von illegalisierten Drogen wird in der Regel abgelehnt. Drogenkonsum soll, so die Vision, im Leben der Menschen keine Rolle spielen, weder stressregulierende, ausgleichende Funktion einnehmen, noch Zustände der Berauschung mit Veränderung des Bewusstseins bzw. Verlust der Selbstkontrolle herbeiführen. Das kann auch dazu führen, dass man sich aus Entkriminalisierungsdebatten raushält, andererseits aber die Ottawa Charta mit ihren Grundrechten zu Emanzipation und Selbstbestimmung als Grundlage der eigenen Arbeit zitiert. Im Vortrag wird der oben beschriebenen Sichtweise die Perspektive einer Reflexiven Präventionsarbeit entgegengestellt. U.a. nimmt diese subjektiven Befindlichkeiten und Bedürfnislagen von Personen wahr und geht von der Möglichkeit aus, dass der Konsum von psychoaktiven Substanzen so in Lebensbiographien eingebaut werden kann, dass diese sich normal – also nicht deviant oder pathologisch – entwickeln.

Die Präsentation der Vorlesung als PDF finden Sie hier.

Referent/innen: