1112 – Rausch & Konsumkompetenz – ein Paradox

Toni Berthel, Silvia Gallego

Nach der Aufgabe des Verbotsparadigmas hielt das Konzept der Konsumkompetenz Einzug in die (Schweizer) Suchtprävention. Kompetenzorientierung und Mäßigung reihen sich ein in die Hochkonjunktur eines libertären Paternalismus. Der Rausch aber schliesst Konsumkompetenz kategorisch aus: Verlangt sie nach Kontrolle und Mässigung, bedeutet Rausch Exzess und Maßlosigkeit. Kulturell zeigt sich der Rausch nicht nur als destruktive Praxis, sondern genauso als gewinnbringende und hilfreiche menschliche Technik. Die einseitige Pathologisierung von Rausch als destruktives Verhalten ist darum unzulässig. Sollen alle von den positiven Wirkungen des Rausches profitieren können, müssen wir das Paradox von Rausch und Konsumkompetenz überdenken und neue Handlungsoptionen zulassen. Im Workshop werden nach einer audiovisuellen Collage verschiedene Begriffe und Optionen für einen konstruktiven Umgang mit Rausch diskutiert. Ziele sind die kritische Prüfung des Paradoxons Rausch und Konsumkompetenz und alternative Perspektiven auf den Rausch als kulturelle Praxis.