1310 – Tabakentwöhnung bei psychisch komorbiden Rauchern

Jochen Mutschler

Das Alkaloid Nikotin vermittelt die psychotrope Wirkung von Tabak. Das Risiko, eine Abhängigkeit zu entwickeln, ist individuell unterschiedlich ausgeprägt. Neben genetischen spielen Umwelt- und soziale Faktoren in der Pathogenese von Suchterkrankungen eine wichtige Rolle. Zusätzlich fallen bei der Abhängigkeitsentwicklung verschiedene psychologische Mechanismen ins Gewicht: Nikotin wirkt kurzfristig stimulierend, konzentrationsfördernd, sedierend, appetitmindernd, antidepressiv und angstlösend. Mittels klassischer und operanter Konditionierung lernen RaucherInnen über die Zeit, dass die pharmakologische Wirkungsweise von Nikotin als Bewältigungsstrategie sowohl für unangenehme innere Zustände fungieren kann. Dies erklärt u.a., weshalb PatientInnen mit einer psychischen Erkrankung häufiger nikotinabhängig sind und werden. Im Seminar soll zunächst ein Überblick über die Mechanismen der Abhängigkeitsentwicklung, die Epidemiologie und die Diagnostik gegeben werden. Im Weiteren werden therapeutisch Strategien vorgestellt mit dem Fokus auf psychiatrisch komorbide RaucherInnen.

Referent/innen: