1328 – Koffein: Genussmittel oder Suchtmittel

Wolfgang Beiglböck

Koffein ist die mit am Abstand am häufigsten konsumierte psychoaktive Substanz weltweit, die auch ohne weitere Bedenken an Kinder und Jugendliche vermarktet wird. In den letzten 10 Jahren hat sich der Konsum von Energydrinks in manchen europäischen Ländern mehr als verdoppelt, wobei auch zunehmend Getränke mit immer höherem Koffeingehalt angeboten werden. Einige Studien weisen darauf hin, dass bereits bis zu einem Drittel der Jugendlichen regelmäßig zu Energydrinks greifen und bis zu 15% der Grundschüler. Im ersten Teil sollen die gesundheitlichen Folgen des Koffeinkonsums bei Kindern und Jugendlichen (insbesondere in Kombination mit Alkohol) dargestellt werden. Im zweiten Teil soll der Frage nachgegangen werden, warum Koffein bei der Behandlung von Suchterkrankungen kaum Beachtung findet, obwohl der Begriff der „Suchtverschiebung“ oft (für andere) Substanzen verwendet wird. Dies könnte vielleicht auch am überhöhten Koffeinkonsum der im Gesundheitsbereich tätigen Personen liegen. Das Seminar beschäftigt sich daher auch mit der Frage, ob bzw. warum es so etwas wie Koffeinabhängigkeit gibt – ICDX und DSMV haben dazu unterschiedliche Ansichten – andererseits auch mit der Frage, warum der, nicht immer nur negative, Zusammenhang des Koffeinmissbrauchs mit anderen psychiatrischen Erkrankungen im Speziellen mit Suchterkrankungen in der Behandlung zu berücksichtigen ist.

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