1510 – Zwischen den Fronten der Cannabis-Debatte: Vorschläge zur Schadensminderung / Harm Reduction bei Hanfkonsum

Andreas Gantner, Hans-Günter Meyer-Thompson

Was haben GegnerInnen und BefürworterInnen einer Lockerung der Cannabis-Gesetzgebung gemeinsam? Beide machen um das Thema Cannabis und Harm Reduction einen großen Bogen. Der Deutsche Hanfverband, weil der Verband das Schadenspotential für übertrieben hält. VertreterInnen der wissenschaftlichen ProhibitionsbefürworterInnen, weil sie nicht akzeptieren wollen, dass 9/10 der KonsumentInnen kein Problem damit entwickeln. Aber es geht genau um diese 10 Prozent der KonsumentInnen, die Schaden davontragen. Schauen wir uns also an, welche unerwünschten Wirkungen Cannabis haben kann, wie sie weitgehend zu vermeiden sind und welche Schritte machbar sind, das Schadenspotential zu begrenzen – unabhängig davon, ob Cannabis weiterhin verboten bleibt oder nicht. In einem Impulsvortrag werden zunächst allgemeine Aspekte des Harmreduction Ansatzes bei Cannabis thematisiert. Im zweiten Beitrag wird mit Blick auf „Jugendschutz“ das Thema jugendlicher Cannabiskonsum und Möglichkeiten der Frühintervention bei problematischem Gebrauch diskutiert. Hierbei kann der systemische Ansatz der Multidimensionalen Familientherapie (MDFT) genutzt werden, um einen besseren Zugang zu Minderjährigen zu bekommen.