1622 – Akzeptanzorientierte Drogenarbeit in der stationären Suchthilfe – Chancen und Grenzen

Barbara Gegenhuber

Psychosoziale Stabilisierung, Hintanhalten von Folgeschäden und Verbesserung des Gesundheitszustandes sind nur einige Ziele akzeptanzorientierter Drogenarbeit. Während eher akzeptierende Angebote aus der ambulanten Suchthilfe nicht mehr wegzudenken sind, werden diese in der stationären Suchthilfe oft noch kritisch hinterfragt. Die stationäre Suchthilfe ist durch die lange vorherrschende Orientierung am Abstinenzparadigma ideologisch auf Drogenfreiheit, sowie damit verbundene einschränkende und pädagogisierende Elemente geprägt. Obgleich Opioid-Substitutionstherapie im stationären Setting mittlerweile üblicher ist, führen Rückfälle noch häufig zu Behandlungsabbrüchen. Dies widerspricht den Ansätzen einer akzeptanzorientierten Suchtarbeit, in der ein hoher Wert auf die Berücksichtigung der individuellen Bedürfnisse, Krankheitsgeschichten und Lebensentwürfe gelegt wird, auch wenn diese eine komplette Abstinenz von Suchtmitteln (noch) nicht beinhalten. Wo sind die Grenzen der Vereinbarkeit mit der stationären Suchthilfe, an die der Anspruch auf Abstinenzorientierung gestellt wird?

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