1626 – Psychotherapie und Substitution – Psychotherapie mit suchtkranken, traumatisierten Menschen

Angelika Koshal

Praxisnahe Fallbeispiele werden die psychotherapeutischen Interventionen, sowie einige theoretische Hintergründe verdeutlichen. Zahlreiche internationale Studien, wie die ACE-Studie (Adversive Childhood-Experiences) von Felitti et al., 2000, belegen die Zusammenhänge zwischen der Entstehung einer Suchterkrankung und belastenden Lebensereignissen in Kindheit und Jugend. Betrachtet man diese Ergebnisse im Hinblick auf die Hypothese der Selbstmedikation (Khantzian, 1985), nach der suchtkranke Menschen Suchtmittel zur Linderung „unerträglicher innerpsychischer Zustände“ einsetzen, benötigen diese „unerträglichen Zustände“ ebenfalls einer adäquaten Behandlung. Hier setzt die Psychotherapie an. Erfahrungen aus der psychotherapeutischen Praxis zeigen, dass substituierte Opiatabhängige durchaus von einer individuell ausgerichteten psychotherapeutischen Behandlung profitieren. Häufig ist die Behandlung psychischer Erkrankungen, die bereits vor der Suchtgenese bestanden haben für opiatabhängige Menschen notwendig, um längerfristig abstinent bzw. stabil bleiben zu können.

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