1704 – Burnout – Vom Helfenden zum Patient? Mit Selbstfürsorge die eigenen Ressourcen stärken

Christoph Möller

Burnout ist ein pathologischer und kontinuierlicher Abbau von Lebenskraft, Zielstrebigkeit, Empathie, Kreativität und Idealismus in Verbindung mit disponierenden Arbeitsbedingungen. Die drei Hauptsymptome sind emotionale Erschöpfung, Depersonalisation und abnehmende Leistungsfähigkeit. Der kontinuierlich fortschreitende Krankheitsverlauf erschwert die Diagnose. Es handelt sich immer auch um ein Beziehungsgeschehen. Umwelt und persönliche Faktoren wirken zusammen. 30-60% der Pflegenden und 15-30% der Ärztinnen und Ärzte leiden an Burnout. Gerade helfende Berufe, bei denen die zwischenmenschliche Beziehung im Fokus des beruflichen Handels steht, sind besonders häufig betroffen. Bei fortschreitendem Burnoutverlauf finden sich häufig begleitend Alkohol-, Medikamenten- und Drogenmissbrauch und psychiatrische Symptome. Die Scham vor der eigenen Verletzlichkeit und Verwundbarkeit erschwert es professionellen Helferinnen und Helfern, Hilfe anzunehmen. Der Mensch und die professionelle therapeutische Beziehung sind in vielen helfenden Berufen, wie auch im Suchthilfebereich, Handwerkszeug und entscheidende Ressource zugleich, mit denen schonend umgegangen werden sollte. Die eigenen Grenzen zu erkennen und ernst zu nehmen ist wichtig. Selbstfürsorge ist damit ein zentraler und vitaler Teil von professionellem Handeln in helfenden Berufen. Ein Burnout kann Anlass sein, sich selbst wichtig zu nehmen, die Frage nach dem Sinn und den Zielen des eigenen Lebens neu zu stellen, sich alte und neue Kraftquellen zu erschließen und Beziehungen neu zu gestalten. Nur wer sich selbst wichtig nimmt kann andere Menschen längerfristig unterstützen und begleiten.

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