1712 – Selbstverletzendes Verhalten von Jungs und jungen Männern

Harry Friebel

Viele Jungs ritzen sich. Trotzdem findet dieses Phänomen in den medizinisch-therapeutischen Diskursen sehr wenig Beachtung: Der Junge darf aggressiver Täter sein; autoaggressives Opfer aber nicht. Jungen „ritzen“ sich, um Kontrolle – zumindest über ihren Körper – zu bewahren. Es geht darum, jenseits von pauschaler Pathologisierung den Jungs Gelegenheit zur Biografie- und Erinnerungsarbeit zu geben. Ich gehe davon aus, dass Hilfs- und Beratungskonzepte, therapeutische Konzepte und außerschulische Jungenarbeit allesamt in eine subjekt- und lebensweltorientierte Biografie- und Erinnerungsarbeit einmünden können. Es geht um den (Wieder-)Erwerb von Kontroll- und Selbstbewusstsein und um eine Erweiterung von Handlungsspielräumen.

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