Freitag 09.00-10.30

1108 – DrogenKulturKontrolle: Drogenverbot, Suchtbegriffe und Kultursoziologie

Gerrit Kamphausen Drogenpolitik und Suchtbehandlung sind stets im Hier und Jetzt verortet. Verbesserungen sind nur in kleinen Schritten und gegen große Widerstände möglich. Gesellschaftliche Zusammenhänge, insbesondere die historische Betrachtung der Entstehung des Drogenverbots, der Suchtbegriffe und der Zusammenhänge zwischen diesen beiden Gebieten der Drogenpolitik sind bisher keine Grundlage der bürokratischen Entscheidungsfindung. Das Seminar behandelt die […]



1114 – Suchtmittelgesetz: Handhabung und Erfahrungen aus Österreich

Ewald Höld, Semrin Leidenfrost-Mordag Im ISD Wien werden für die Gesundheitsbehörde wesentliche Aufgaben des Vollzuges des Suchtmittelgesetzes durchgeführt. Es sind dies die Erstdiagnostik, die Motivation für und die Durchführung der gesundheitsbezogenen Maßnahmen, teils im Institut und teils durch Zuweisung zu KooperationspartnerInnen. Über 2/3 der Anzeigen werden auf diese Art und Weise bearbeitet. Besondere Gruppen sind […]



1312 – Legal – eingeschränkt erhältlich – Risiken und Nebenwirkungen kaum bekannt: Methadon

Heinrich Elsner Methadon hat – wie die anderen Substitutionsmittel in der Opioidersatzstofftherapie auch – spezifische Wirkungen und Nebenwirkungen; letztere werden in der Medizin als UAW = unerwünschte Arzneimittelwirkungen bezeichnet. Gerade die UAW sind selten bekannt, z.B. das Serotonin-Syndrom. Das Seminar will zu den basics informieren. Die aktuelle Diskussion um den Einsatz im Rahmen der Therapie […]



1516 – Best practice Methoden und Schwerpunktthemen in der Beratung geflüchteter Menschen

Andrea Piest, Panagiotis Stylianopoulos Der Zuwachs von Zuflucht suchenden Menschen der letzten drei Jahre forderte eine Reaktion auf die spezifischen Bedarfe dieser Zielgruppe auch von Seiten der Suchthilfe. Der Notdienst Berlin e.V. baute Mitte 2016 das überregionale Angebot Guidance: Suchtberatung für Geflüchtete auf. Guidance ist an den Drogennotdienst, einer niederschwelligen berlinweit tätigen Beratungsstelle, angegliedert. Betroffene […]



1518 – Chemsex – Was verbirgt sich hinter dem Hype?

Sascha Milin, Deborah Scholz-Hehn, Ingo Schäfer In jüngerer Zeit findet sich der Begriff Chemsex – Sex unter Einfluss bestimmter psychoaktiver Substanzen in Bereichen des schwulen Nachtlebens – als Selbstzuschreibung sowie im wissenschaftlichen Diskurs. Das Phänomen verlangt nach einer vielschichtigen Betrachtung und lässt sich nicht auf risikofreudige Sexual- und Konsumpraktiken reduzieren. Der Beginn dieses Trends wird […]



1522 – Substanzbezogene Trainingsprogramme für Substituierte in psychosozialer Betreuung

Bernd Westermann Noch immer sind über opiatabhängige Menschen Mythen in Umlauf: Ausnahmslos alle würden „Beigebrauch“ praktizieren, das sei halt nicht zu ändern. Abstinenz hätten PatientInnen und Behandelnde in stiller Übereinkunft völlig aus dem Blick verloren. Sie anzustreben, gilt manchem sogar als Körperverletzung, mindestens fahrlässig, also unverantwortbar. Die Wirklichkeit unterscheidet sich erheblich von dieser Fiktion. Man […]



1628 – Psychotherapie und Substitution – Durch Ressourcenaufbau Resilienz stärken und Rückfallrisiken mindern

Angelika Koshal Die ACE-Studie (Adversive Childhood-Experiences) von Felitti et al., 2000, weist nach, dass die Häufung problematischer Erlebnisse in Kindheit und Jugend das Risiko einer späteren Suchterkrankung deutlich erhöhen: Je mehr Belastungsfaktoren, desto höher das Risiko. Die Ergebnisse der Resilienzforschung (Emmy Werner, 1999) wiederum verdeutlichen, dass durch ein gezieltes Training fehlende Resilienzfaktoren aufgebaut werden können. […]



1630 – Umgang mit Konsum und Konsumrückfällen in der Jugendhilfeeinrichtung Freedom

Benjamin Lettl Die Jugendhilfeeinrichtungen Freedom therapiert suchtgefährdete und suchtkranke und/oder verhaltensauffällige Jugendliche und Heranwachsende in einem zu Beginn in der Regel einjährigen vollstationären und anschließend einem mindestens halbjährigem soziotherapeutischen (entspricht Adaption) Setting. Der Vortrag soll die Konfliktfelder in Bezug auf die Regelungen des Konsums von legalen Suchtmitteln (Tabak und Alkohol) und legalen Verhaltenssüchten (Internet, Glücksspiel, […]



1632 – DBT in der Suchtbehandlung: das Skillstraining in der Einzeltherapie und in der Pflege nach dem „Göttinger Modell“

Francesca Scarpinato-Hirt, Daniel Seeber Die Dialektisch-Behaviorale Therapie (DBT) ist eine kognitiv-behavioral orientierte Therapieform, die gleichzeitig Akzeptanz für dysfunktionale Verhaltensweisen bei psychischen Störungen und dessen Veränderung bewirken will. Im „Göttinger Modell“ wurde das DBT-Skills-Manual so überarbeitet, dass die Suchterkrankung im therapeutischen Fokus steht. Die DBT stellt modifiziert in der Suchttherapie eine erfolgversprechende Ergänzung der konventionellen Therapieansätze […]



1636 – Integrated Duals disorder treatment – Integrierte Behandlung bei Patienten mit Doppeldiagnose

Hella Schulte-Wefers In den vergangenen Jahren hat das gleichzeitige Auftreten von Abängigkeitserkrankungen und komorbiden psychischen Störungen zunehmend an Bedeutung gewonnen. Das Doppeldiagnosezentrum in Den Haag/ Niederlande bietet für diese Zielgruppe ein Spezialprogramm mit integrativem Ansatz: Integrated Dual Disorder treatment (IDDT). IDDT liegt die Methode des Motivational Interviewing (MI) und das Phasenmodell einer Verhaltensänderung von Prochaska […]