Dienstag 10.45-12.15

1112 – Wieviel Deutsch braucht die qualifizierte Suchtbehandlung?

Christian Teichmann, Jutta Korosec Seit 2015 gibt es im Verein Dialog (Wien) die Möglichkeit, nicht-deutschsprachige PatientInnen mit Hilfe eines Life-Videodolmetschers zu behandeln. Dies half uns, den Ansturm asylsuchender Menschen mit einer Suchtproblematik zu bewältigen und ermöglichte, ihnen eine qualitativ hochwertige Abklärung und Behandlung zu bieten. Gleichzeitig ersparte es den Neuankömmlingen unnötige Irrwege. Die Erfahrungen zeigen, […]



1114 – Lebensrealität versus Präventionsideal – Macht Suchtprävention bei unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen Sinn?

Patrizia Müller, Lisa Wessely Unbegleitete minderjährige Flüchtlinge gehören zu den Zielgruppen, die einer Suchtgefährdung verstärkt ausgesetzt sind. Durch die vielen nachteiligen Umstände wie Traumatisierungen, Ungewissheit über die Zukunft und das Wohlergehen der Familie, die plötzliche Verfügbarkeit von Alkohol und Kommunikationsschwierigkeiten sind sie mit diversen Risikofaktoren konfrontiert, die einen problematischen Konsum bzw. eine Suchtentstehung begünstigen. Jedoch […]



1118 – Migration und Sucht, ein problemreiches Thema?

Andrea Punz-Nielson, Semrin Leidenfrost-Mordag Die Sucht- und Drogenkoordination Wien (SDW) ist für die Steuerung und Umsetzung von Maßnahmen entsprechend den Grundsätzen der Wiener Sucht- und Drogenstrategie 2013 in Wien zuständig und orientiert sich an dem übergeordneten Gesamtzweck des Sozial- und Gesundheitsbereiches: „Ziel ist ein umfassendes körperliches, seelisches und soziales Wohlbefinden aller Menschen in Wien“ entsprechend […]



1302 – Koffein – nur ein Genussmittel?

Wolfgang Beiglböck Koffein ist die mit am Abstand am häufigsten konsumierte psychoaktive Substanz weltweit. Trotzdem findest sie in der Behandlung von Suchterkrankungen kaum Beachtung, obwohl der Begriff der „Suchtverschiebung“ oft (für andere) Substanzen verwendet wird. Dies könnte vielleicht auch am überhöhten Koffeinkonsum der im Gesundheitsbereich tätigen Personen liegen. Das Seminar beschäftigt sich einerseits mit der […]



1406 – „Wie krieg ich meinen Lappen wieder?“ Fahreignungsbegutachtung bei Alkohol- und Drogenauffälligkeiten nach den aktuellen Beurteilungskriterien

Heidrun Sperling Wurde die Fahrerlaubnis wegen Auffälligkeiten unter Alkohol- oder Drogeneinfluss entzogen, ist in der Regel ein medizinisch-psychologisches Gutachten mit positiver Verhaltensprognose nötig, um wieder in den Besitz des Führerscheins zu kommen. Da im Bereich der Fahreignungsbegutachtung teilweise andere Kriterien für eine günstige Verhaltens-/Abstinenzprognose gelten als in therapeutischen Kontexten, ist die Kenntnis der jeweiligen Anforderungen […]



1506 – „Warum man nicht so leicht aus seiner Haut kann…“ – Identitätsprozesse bei drogenabhängigen Menschen

Hartmut Klos Identitätsprozesse haben in der Behandlung und Betreuung von drogenabhängigen Menschen einen größeren Einfluss als vielfach angenommen. Die Begleitung drogenabhängiger Menschen ist immer auch Arbeit an der Identität und Initiierung von Identitätsprojekten. Das „Herauswachsen aus der Sucht“ sowie die Veränderung von Konsummustern erfordern umfassende Veränderungsprozesse der Identität. Dabei sind Grenzen des Identitätswandels zu berücksichtigen. […]



1512 – Integrative Diagnostik, Befunderhebung und Hilfeplanung in der medizinischen Rehabilitation bei Abhängigkeitserkrankungen

Horst Brinker, Gerd Jenisch, Peter Degkwitz Grundlage des Workshops ist ein eigens für die Diagnostik, Befunderhebung und Hilfeplanung entwickeltes EDV-gestütztes System im Bereich der stationären medizinischen Rehabilitation für Menschen mit Abhängigkeitsstörungen (Schwerpunkt illegale Drogen). Das System berücksichtigt die bestehenden Dokumentations- und Qualitätsstandards der Deutschen Rentenversicherung (DRV) wie die Leitlinien zur sozialmedizinischen Begutachtung, die Klassifikation therapeutischer […]



1632 – Krisenintervention und Ressourcenaktivierung bei PTBS und komplexen Traumafolgestörungen

Sybille Teunißen Für eine wirkungsvolle Intervention bei PTBS und komplexen Traumafolgestörungen ist es wichtig, die Neurobiologie der Traumaverarbeitung und deren korrespondierende Auswirkungen im Erleben und Verhalten von betroffenen Menschen zu verstehen. Zusätzlich wird im Seminar zur besseren Einschätzung der traumaberzogenen Folgeerscheinungen die Theorie der strukturellen Dissoziation der Persönlichkeit dargestellt. Darauf aufbauend gibt es Gelegenheit, Grundlagen […]



1638 – Naturgestützte Suchttherapie

Joachim Jösch Natur erleben, Tiere pflegen, Pflanzen hegen – all das hat eine heilsame Wirkung auf Menschen, zumal auf Suchtkranke, die entwurzelt und auf der Suche nach ‚Erdung‘ sind. Wie Tiere und Naturelemente zielgerichtet und wirksam in die medizinische Rehabilitation von Abhängigkeitskranken integriert werden können, wird am Beispiel des Fachkrankenhauses Vielbach dargestellt. Naturerfahrung in Wald […]



1800 – Sucht als Ursache und Folge früher Gewalt – Ergebnisse und Perspektiven des bundesweiten CANSAS-Netzwerks

Julia Holl, Sven Barnow, Ingo Schäfer, Johanna Grundmann, Annett Lotzin, Silke Pawils, Franka Metzner Bei Personen mit Substanzmissbrauch und -abhängigkeit finden sich sehr häufig belastende Erfahrungen in Kindheit und Jugend. So berichten mindestens die Hälfte bis zwei Drittel aller Personen in Suchtbehandlung sexuelle oder körperliche Gewalt, emotionale Vernachlässigung oder andere massive Belastungen in frühen Lebensabschnitten. […]