Liebe Kolleg:innen,
künstliche Intelligenz hält zunehmend Einzug in unterschiedliche Bereiche des Gesundheitswesens, auch in die Suchthilfe. Digitale Anwendungen unterstützen Diagnostik, Risikoeinschätzung und Behandlungsplanung, Chatbots eröffnen neue Zugänge zur Beratung und datenbasierte Systeme versprechen eine individuellere und effizientere Versorgung. Darüber hinaus entwickeln sich vielfältige digitale Formate und Angebote, von Online-Beratung über Apps bis hin zu hybriden Versorgungsmodellen, die neue Wege in Prävention und Behandlung eröffnen. Gleichzeitig wirft der Einsatz von KI und digitalen Technologien grundlegende Fragen auf: nach der Qualität automatisierter Entscheidungen, nach Transparenz und Datenschutz, aber auch nach der Rolle menschlicher Beziehung in Beratung und Therapie. Welche Potenziale bieten KI-gestützte Verfahren und digitale Angebote für Prävention, Beratung und Behandlung von Suchterkrankungen? Wo liegen ihre Grenzen, und welche Risiken müssen berücksichtigt werden? Wie verändern sich professionelle Rollenbilder, und welche Kompetenzen werden künftig benötigt? Und nicht zuletzt: Wie kann es gelingen, technologische Innovationen so zu nutzen, dass sie die Qualität der Versorgung verbessern, ohne die zentrale Bedeutung von Empathie und persönlicher Begegnung zu verdrängen?
Diese und weitere Fragen möchten wir im Rahmen unserer Veranstaltung mit Ihnen diskutieren. Die Suchttherapietage sind ein jährliches Forum für die Fort- und Weiterbildung im Suchtbereich. Dabei geht der Blick über die berufliche Qualifikation hinaus und richtet sich auf gesellschaftliche und kulturelle Rahmenbedingungen, innovative Behandlungsansätze oder neue suchtpräventive Strategien. Die Suchttherapietage stehen auch für Interdisziplinarität. Sie werden von Angehörigen aller in der Suchtarbeit tätigen Berufsgruppen besucht und aktiv mitgestaltet, wie Sozialarbeiter:innen, Pädagog:innen, Ärzt:innen, Psycholog:innen und Pflegekräften. Zu den 31. Suchttherapietagen möchten wir Sie herzlich einladen – als Expert:innen oder interessierte Teilnehmer:innen.
Für die Veranstaltenden,
Prof. Dr. Ingo Schäfer

